Die 62ährige Susanne von Grumbkow aus Heidelberg war im tap in „Tod eines Handlungsreisenden“ sowie „Brigitte Bordeaux“ zu sehen
Warum sind Sie Schauspielerin geworden?
Theater ist ein ungemein tolles, unmittelbares Medium, um Geschichten zu erzählen, Menschen zu unterhalten und zu berühren.
Ich wusste nach dem Abitur nicht so recht, was ich werden soll. Ursprünglich wollte ich Kunst studieren. Dann hatte ich ein " Aha"-Erlebnis: Ein Theaterstück über die Verfolgung von Homosexuellen während der Nazi-Zeit hat mich so tief berührt, ich habe wirklich Rotz und Wasser geheult! Das hatte ich so noch nie erlebt: Wow! Theater kann solche Emotionen auslösen! Aber auch die Erkenntnis, dass Theater auf sinnlich erlebbare Weise Geschichte beziehungsweise Wissen vermitteln kann!
Wie sind Sie zum theater am puls gekommen?
Die erste Zusammenarbeit waren die " Nabelschnüre". Zu der Zeit war ich viel an anderen Theatern beschäftigt.... Nun bin ich sehr froh, dass – die Kinder sind ausgezogen, das Haus ist abbezahlt - der Druck, ständig verdienen zu müssen, geringer ist und ich nicht mehr jedes Engagement annehmen muss. Und so konnte ich endlich wieder am tap zusagen.
Was war oder ist Ihre Lieblingsrolle?
Eigentlich meist die Rolle, die ich gerade spiele - also zurzeit definitiv die Linda in "Tod eines Handlungsreisenden". Überraschenderweise habe ich oft die Rollen am liebsten oder erfolgreichsten gespielt, in denen ich mich selbst nie gesehen hätte. Es ist einfach eine größere Herausforderung - manchmal ein Kampf mit vielen Selbstzweifeln und Tränen bei den Proben.
Was ist das Besondere am tap?
Nächstes Jahr habe ich 40jähriges Bühnenjubiläum.... also viele Engagements auf dem Buckel. Während der Arbeit an „Brigitte Bordeaux“ habe ich wieder gespürt, wie wunderbar Theaterarbeit sein kann - wenn die "Chemie" stimmt: Joerg [Mohr] hat so spannende Visionen und Ideen. Er hat ein Gespür, das richtige Team zusammenzustellen - und er behandelt seine Schauspieler mit Liebe und Respekt! Wenn ein Theaterleiter so engagiert und so voller Leidenschaft ist wie Joerg, dann spiegelt sich das auch im Ensemble und in dem Ergebnis wider!
Was sind Ihre Stärken und Schwächen?
Meine größte Schwäche ist glaub ich auch meine größte Stärke: meine Offenheit - und meine Selbstzweifel... Das macht auch angreifbar und verletzlich. Aber ohne diese könnte ich bestimmte Aspekte einer Rolle ja gar nicht spielen.
Haben Sie sonstige Interessen oder Hobbys
Kochen, Lesen, Zeit mit meiner Familie. Und die einzige Sportart für mich ist Schwimmen! Wenig Verletzungsgefahr und einfach abtauchen, wenn man nichts mehr sehen und hören will.