Einen großen Erfolg feierte der 60jährige Christoph Kaiser aus Heidelberg durch seine viel beachtete Rolle im Kinofilm „Schattenstunde“, Hier spielt er den deutschen Literaten und christlichen Liederschreiber Jochen Klepper, der in jüdischer Mischehe lebte und sich 1942 gemeinsam mit seiner Frau und Stieftochter das Leben nahm, um seine Familie vor der Deportation zu bewahren. „Schattenstunde“ gewann den First Steps Award 2021 in der Kategorie „Abendfüllender Spielfilm“.
Christoph Kaiser, der vor 27 Jahren aus Berlin in den Rhein-Neckar-Kreis gezogen ist, spielt im tap zurzeit eine Hauptrolle in der Komödie „Extrawurst“.
Warum sind Sie Schauspieler geworden?
Ich stand bereits als Fünfjähriger auf der Bühne und liebte es schon damals, in andere Rollen zu schlüpfen. Meine Mutter unterstütze meinen Wunsch und somit bekam ich Gesangsunterricht, lernte Flöte und Akkordeon und trat einer Theatergruppe als Vierjähriger bei. Zudem war es auch der Wunsch meines Vaters, Schauspieler zu werden. Allerdings promovierte er in der Wissenschaft und spielte nur während seines Studiums Theater. Ich ließ mich bis heute nicht von meinem Traum abbringen, vielleicht auch für ihn ... wer weiß.
Wie sind Sie zum theater am puls gekommen?
Über Joerg Mohr, der damals noch „Stephge“ das junge Theater leitete. Wir haben bereits vor ca. 25 Jahren zusammen in der „Seitenbühne“ gespielt: „Messer in Hennen“.
Was war oder ist Ihre Lieblingsrolle?
Am Theater? Hier gab es viele schöne, herausfordernde Rollen. Sehr gern erinnere ich mich an die Rolle des Mattis aus „Ronja Räubertochter“. Auch die Rolle Hook mochte ich sehr. Im Film die Rolle des Jochen Klepper im Film „Die Schattenstunde“.
Was ist das Besondere am tap?
Kann ich schlecht beschreiben, muss man erleben. Vielleicht beschreibe ich es so: Es ist „Handwerkskunst“, Kunst handgemacht, ohne etwas aufzusetzen. Die besondere Art und Weise, wie die Stücke umgesetzt werden.
Das Zusammenspiel zwischen Ausstattung, Technik und Regie, die liebevolle Art des Freundeskreises und nicht zuletzt möchte ich die sehr professionelle Handhabe der Theaterkasse rund um den Kartenverkauf erwähnen: Karin Rubik schafftes immer wieder, alle zufriedenzustellen und trotz kurzfristiger Kartenrückgaben, Wartelisten, Umbuchungen, Kartensonderwünsche ein gut besetztes Haus zu gewährleisten.
Welche Engagements haben Sie sonst noch? Gerade bereite ich ein Monologstück „Ein mittelschönes Leben“', Regie Joerg Mohr, für Schulen vor. Ich gebe Gewaltpräventionsworkshops an Heidelberger Schulen und stehe hin und wieder vor der Kamera.
Was sind Ihre Stärken und Schwächen? Ich bin hartnäckig, manchmal zu emotional und gefühlsbetont.
Haben Sie sonstige Interessen oder Hobbys?
Ich fahre gern mit meinem Rad querfeldein durch den Wald und durch die Weinberge. Bin auch gern in meinem Garten und versinke in Gedanken, während ich dort arbeite.
Sport mag ich auch: z.B. Yoga, Abfahrtsski, Judo, Inliner, Schlittschuh, Radfahren.