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Der Steppenwolf
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Schauspiel
von Hermann Hesse
3 Std. incl 20 Pause

Premiere: 5. Oktober 2019
Inszenierung: Joerg Mohr
Regieassistenz: Laura Schubert
Bühne: Joerg Steve Mohr, Teresa Ungan, Bernd Spielbrink
Ausstattung:Teresa Ungan

Aufführungsrechte: Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main

Es spielen:
Sophia Brocker, Cordula Hamacher, Michael Hecht, Hartmut Lehnert, Lisa Pellegrinon, Nikolas Weber, Gerold Welch, Caroline Werkle
 

Magisches Theater - nur für Verrückte - Eintritt kostet den Verstand

heißt es nicht nur für Harry Haller, Hesses Alter Ego, sondern auch für Sie, werte Zuschauer. Hesses Roman erschien 1927 und hat von seiner Aktualität und Kraft nichts eingebüßt. Packend und poetisch erzählt er von Harry Haller, der sich selbst »Steppenwolf« nennt, getrieben von gesellschaftlicher Anpassung und gleichzeitig dem Bedürfnis nach Individualität. So ist Harry »zwischen die Zeiten gerutscht«. Gerade seine neue Unterkunft bezogen, beschließt er, seinem Leben an seinem fünfzigsten Geburtstag ein Ende zu setzen. Sodann passieren wunderliche Dinge: Beim Umherirren in der Stadt trifft er auf das »magische Theater«, bekommt ein Traktat über sich selbst in die Hände und kurz darauf macht er Bekanntschaft mit der androgynen Hermine. Das Leben beginnt.
Treten Sie ein, wenn es heißt: »Anarchistische Abendunterhaltung«

 

»Im Theater am Puls steppt seit dem 4. Oktober 2019 der Wolf. Sicher nicht so, wie wir uns das spontan vorstellen. Nein, ein Steppenwolf, halb Tier halb Mensch, fern der anderen, sitzt ganz menschlich, gerade von irgendwoher gekommen, auf der Bühne in der Bühne und schreibt. All die anderen beschreiben ihn, dem Chor einer griechischen Tragödie gleich. Sie charakterisieren, interpretieren, psychologisieren und analysieren den Wartenden.  Er sucht ein Zimmer? Auch. Vorrangig sucht er sich als Kriegsgegner in der Welt der Kriegsnutzer, um festzustellen, dass auch er der Konsequenz der Gegnerschaft nicht standhalten kann. Er ist Harry Haller. Er denkt und denkt bis er sich in tausend Teile zerdacht hat. Dann bricht das Gedankenkartenhaus wieder zusammen. Später tut sich eine weitere Bühne auf. Das magische Theater ist nun die Bühne in der Bühne auf der Bühne. Ob Liebe, Illusion und Humor retten, was der Rettung bedarf? Harry Haller bleibt sich treu. Er gehorcht. Er durchdringt in seiner Art seine Welt. Wir Zuschauer sind Zeugen und ohne es zu merken Vollzieher tiefer Gedanken. Das sind wir nicht mehr gewohnt.  Unser Alltag ist gespickt von Ablenkung, Eile und Oberflächlichkeit. Kaum jemand kann so lange und so tief denken bis das Kartenhaus der Gedanken einstürzt und das Herz unverletzt und groß, mit Visionen, Sehnsüchten und Klarheiten gefüllt, zum Vorschein tritt. Joerg Steve Mohr hat den Wolf in der Steppe so inszeniert, jedem Gedanken ein so klares und treffendes Bild gegeben, dass wir begleitet und geführt das ungewohnte Tiefdenken erleben können. Allen Schauspielern gelingt die Darstellung der Vielschichtigkeit einer Figur virtuos, ob Hermine oder Herrmann, Maria oder Pablo oder der Vermieter, sodass gefühlt hundert Rollen unendlich viele Bühnen füllen. Immer ins Herz spielt, zupft, pocht, sticht, zischt und kratzt das Cello im Hintergrund, jazzt das Saxophon in die Zeit. Wir Zuschauer erleben einen Abend voller Bilder, Gedanken und Klänge, der uns in Innenreiche führt, die wir längst vergessen glauben.  Es ist das Reich in der Steppe zwischen Tier und Mensch, wo sicherlich laut das Herz klopft. «
Text: Samyia Bilgin



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